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Ein digitaler Alltagshelfer für Demenz-Betroffene

Goldacare ist ein kleines Start-up, das große Pläne hat. Mit einer App will das Unternehmen Angehörigen von Demenz-Betroffenen die Pflege erleichtern, indem es Aktivitäten wie Alltagsroutinen und Physiotherapie anbietet, die auf die Bedürfnisse von Demenzkranken zugeschnitten sind. Zu meinen Aufgaben gehört es, an strategischen Entscheidungen mitzuwirken und die visuelle Identität des Unternehmens zu entwickeln.

Wir befinden uns in der Anfangsphase des Unternehmens. Als ich das erste Mal von den Unternehmensgründern Tim und Inna sowie ihrem Finanzierungspartner Rox Health (vom Pharmaunternehmen Roche) hörte, waren mir ihre Vision und Mission klar. Das Unternehmen hatte keine klare Ausrichtung. Als Teil des strategischen Entscheidungsprozesses habe ich bei der Entwicklung der visuellen Identität geholfen. Nachdem wir ein Designsystem erstellt hatten, konzentrierten wir uns auf die Priorisierung der Funktionen und die Entwicklung eines MVP-Prototyps, der in Nutzerinterviews eingesetzt werden soll.

Results

100%

positives Nutzer-Feedback in User Interviews

Metadaten

Industry
Health
Size
1-10 Mitarbeiter
Value
10.000€+
Tasks
    Strategie
    Visuelle Identität
    Design System
    MVP User Experience
    MVP User Interface
Tools
    Adobe XD
    Jira
    Slack
Date
2021 - 2022
Website Link

Die Lösung

In den ersten Gesprächen mit Tim und Inna bemerkte ich schnell: Goldacare benötigte eine klare Richtung und mehr Struktur in der Produktentwicklung. Deshalb haben wir als allererstes die gemeinsamen Ziele definiert: 1) Eine strategische Herangehensweise, 2) eine klare Feature-Planung, 3) eine überzeugende visuelle Identität und 4) funktionsfähige Prototypen, um diese mit der Zielgruppe zu testen. Diese Ziele haben wir in den folgenden drei Schritten erreicht.

Clustering der potenziellen Features

Clustering der potenziellen Features

User Research & Features

Nach einer Einarbeitung in das bestehende Material (User Research, Buyer Persona, Leitlinien Demenz) haben wir die Projektstruktur festgelegt und uns für eine agile Herangehensweise in Sprints entschieden. Außerdem haben wir per Requirements Engineering die Anforderungen an das Produkt definiert, den Product Backlog mit detaillierten Feature-Beschreibungen gefüllt (User Stories, Akzeptanzkriterien und Abgrenzungen) und die Tickets priorisiert.

Visuelle Identität & Design System

Design System

Nach der Herausarbeitung und Priorisierung der Features ging es um die visuelle Identität und ein einheitliches Design. Besonders wichtig bei diesem Schritt? Mit einem konsistenten Design Wiedererkennung und Wertschätzung schaffen und die „Brand Values“ kommunizieren. Von der Schriftart & Skalierung über die Farbauswahl bis zum Spacing und klaren Richtlinien für Content.

Auszug aus dem Design System, Kapitel Farben
Auszug aus dem Design System, Kapitel Farben

Barrierefreiheit

Ein fundamentales Thema bei Goldacare ist Barrierefreiheit. Die App muss so gestaltet sein, dass sich eine 50+ Zielgruppe zurechtfinden kann. Vor allem bei der Schriftgröße, den Farbkontrasten und der intuitiven Benutzbarkeit der App-Oberfläche haben wir das berücksichtigt und darauf geachtet, dass wir alle Anforderungen der europäischen DIN-Normen und Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) erfüllen.

Minimum Viable Product UX & UI

MLP

Im zweiten Sprint haben wir dann ein funktionsfähiges Produkt entwickelt. Das Minimum Viable Product (MVP) basiert auf User-Feedback und wird durch stetige Iterationen und Verbesserungen dann schrittweise zum „endgültigen“ Produkt entwickelt. Die Herausforderung: Das Produkt soll minimal sein, aber bereits eine echte Hilfe bieten. „Minimum Lovable Product“ statt nur „Minimum Viable Product“!

Skalierbarer Content

Für Goldacare ist das MVP eine skalierbare Content-Plattform. Nach einem kurzen Onboarding per Fragebogen können die Nutzer nach bestimmten Ratgeber-Artikeln suchen und passende Aktivitäten für Demenzkranke in verschiedenen Stadien finden. Dieser Fokus erlaubt es Goldacare, das Angebot flexibel über weitere Artikel und Aktivitäten leicht zu erweitern. Außerdem gibt es weitere Features wie eine (asynchrone) Chat-Funktion mit medizinischen Experten und Physiotherapeuten.

Interviews & Ergebnisse

Ausrichtung prüfen

Im letzten Schritt ging es dann um Feedback der Zielgruppe. So führten Inna und Tim Interviews mit Angehörigen von Demenzerkrankten und Therapeuten durch und stellten dabei den Prototyp vor. Das Ziel? Die Ausrichtung von Goldacare überprüfen und Insights sammeln, die zum Feinschliff der App genutzt werden können. Hier sind einige der gesammelten Kundenstimmen:

Diese App ist eine schöne Idee und kann Angehörigen helfen, auch mal wieder schöne Momente mit den Betroffenen zu erleben.

Feedback Angehörige

Ich finde es sehr sinnvoll, weil man so auch dem Pflegenden helfen kann, die Situation zu verstehen und anzunehmen.

Feedback Angehörige

Endlich eine App für Angehörige! Das ist eine riesige Lücke. Angehörige tragen viel Last, und man sieht sie nicht.

Feedback Angehörige

Die Idee gefällt mir persönlich sehr, um den Alltag zu strukturieren, ohne Terminstress zu machen.

Feedback Physiotherapeutin

Mir gefällt die klare Farbgebung, die klare und immer wiederzuerkennende Struktur und die emotional so schön und positiv belegten Fotos und Videos.

Feedback Physiotherapeutin

Die Aufmachung und das Design spricht mich an. Hell, freundlich und die Bilder erzeugen Glücksgefühle.

Feedback Physiotherapeutin

Ausblick

Goldacare besitzt enormes Potenzial, Demenz als Krankheit verständlicher und Möglichkeiten zur Therapie zugänglicher zu machen. Gleichzeitig steht das Start-up vor riesigen Herausforderungen. Sie müssen ein Angebot schaffen, was sich an in zwei Ebenen anpasst. Auf der vertikalen Ebene steht die Anpassung der App an die Persönlichkeit. Auf der horizontalen Ebene steht der Krankheitsverlauf. Beide Ebenen verlangen höchste Individualität.


Ich freue mich darauf, das Start-up in ihren weiteren Schritten begleiten zu können.