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Stakeholder-Interviews: UX durch Einblicke verbessern

Nutzerbedürfnisse aufdecken: Wie Stakeholder-Interviews die UX beeinflussen
Justin Schmitz: Usability Experte & Digital Designer
Justin Schmitz · 0 Minuten Lesezeit

Einleitung

Stakeholder-Befragungen sind ein wichtiger Teil der Nutzerforschung, denn sie liefern wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer. Stakeholder-Interviews werden in der Regel von Produktdesignern oder UX-Forschern durchgeführt, die die Daten nutzen, um fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie ein Produkt am besten gestaltet werden kann, das die Bedürfnisse der Stakeholder erfüllt.

Das Ziel von Stakeholder-Interviews ist es, ein tiefes Verständnis für die Erfahrungen der Nutzer zu bekommen, einschließlich ihrer Motivationen, Werte, Ziele, Wünsche und Frustrationen. Die in diesen Interviews gesammelten Informationen können in Kombination mit anderen Formen der Nutzerforschung - wie Umfragen und Usability-Tests - verwendet werden, um ein Gesamtbild der Nutzererfahrung zu erstellen.

In diesem Artikel werden wir uns verschiedene Arten von Stakeholder-Interviews ansehen und überlegen, wie sie effektiv eingesetzt werden können, um nützliche Erkenntnisse über die Nutzererfahrungen zu gewinnen. Wir besprechen, wie wichtig es ist, die Befragung im Voraus zu planen, und geben Tipps für erfolgreiche Befragungstechniken. Abschließend werden wir uns mit den möglichen Herausforderungen von Stakeholder-Befragungen befassen und überlegen, wie diese gemeistert werden können.

Arten von Stakeholder-Interviews

Stakeholder-Interviews sind eine gängige Forschungsmethode, die in User Experience (UX)-Studien eingesetzt wird, um Einblicke in die Bedürfnisse, das Verhalten und die Vorlieben der Nutzer zu gewinnen. Bei diesen Interviews wird direkt mit den wichtigsten Stakeholdern gesprochen - Menschen, die direkten Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung eines digitalen Produkts oder einer Dienstleistung haben. Die Arten von Stakeholder-Interviews variieren je nach Art der gesuchten Informationen und dem Zweck der Studie.

Eine gängige Form ist das halbstrukturierte Interview. Bei diesem Ansatz werden offene Fragen gestellt, die es den Teilnehmern ermöglichen, detaillierte Antworten und Meinungen zu ihren Erfahrungen zu geben. Sie werden auch gebeten, Geschichten, Erinnerungen oder andere persönliche Überlegungen zum Thema zu erzählen. Eine Beispielfrage könnte lauten: "Kannst du mir sagen, welche Erfahrungen du bei der Nutzung dieser Website gemacht hast?" Ein solches Interview kann einzeln oder in kleinen Gruppen durchgeführt werden, je nachdem, welche Ressourcen das Unternehmen hat und welche Ziele es mit der Datenerhebung verfolgt.

Ein weiterer beliebter Typ sind strukturierte Interviews, bei denen bestimmte Fragen mit vorgegebenen Antworten gestellt werden, z. B. Multiple Choice oder Bewertungsskalen, die die Einstellung zu Produkten oder Dienstleistungen messen. Strukturierte Interviews können verwendet werden, um schnell große Mengen an Daten von den Teilnehmern zu sammeln, aber sie geben nur einen begrenzten Einblick in die Beweggründe hinter den Antworten, da es keinen Raum für Details oder Interpretationen durch die Forscher gibt. Beispiele dafür sind Fragen wie "Wie zufrieden sind Sie auf einer Skala von 1-5 mit diesem Produkt?"

Eine dritte Möglichkeit ist die narrative Befragung, bei der die Beteiligten aufgefordert werden, Geschichten über ihre Erfahrungen zu erzählen, anstatt nur Fakten oder Meinungen zu liefern. Diese Methode ermöglicht es den Nutzern, lange Erklärungen abzugeben, die tiefere Einblicke in ihr Verhalten und ihre Beweggründe bei der Nutzung eines digitalen Produkts oder Dienstes im Laufe der Zeit geben können - etwas, das mit quantitativen Methoden allein nicht so leicht erfasst werden kann. Ein Beispiel wäre: "Kannst du mir eine Geschichte erzählen, wie du diese Website regelmäßig nutzt?"

Bei Beobachtungsinterviews schließlich beobachten die Forscher die Beteiligten in verschiedenen Umgebungen bei Aufgaben, die mit dem untersuchten Produkt zusammenhängen, z. B. beim Navigieren durch Menüs, beim Ausfüllen von Formularen usw., so dass UX-Praktiker den Kontext, in dem die Nutzer mit dem Produkt interagieren, besser verstehen können. Dabei ist es wichtig, dass die Forscher nicht nur die Handlungen der Nutzer beobachten, sondern auch verbale Äußerungen während dieser Interaktionen sowie körperliche Reaktionen notieren, die später nützliche Erkenntnisse für die Gestaltung der Nutzererfahrung liefern können.

Planung eines Stakeholder-Interviews

Sobald die Forscherin oder der Forscher die potenziellen Interessengruppen identifiziert hat, die befragt werden sollen, sollte sie oder er mit der Planung des Prozesses beginnen. Dazu gehört die Festlegung, wann und wo die Interviews stattfinden sollen, wer befragt wird und welche Hilfsmittel benötigt werden. Es ist wichtig, im Voraus zu planen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten während der Befragung erfüllt werden.

Bei der Entscheidung, wann und wo die Befragung der Stakeholder durchgeführt werden soll, ist es wichtig, dass die Forscher sowohl die Bequemlichkeit als auch die Sicherheit berücksichtigen. Bei der Wahl des Ortes sollten Terminüberschneidungen oder zeitliche Beschränkungen der Teilnehmer berücksichtigt werden. Bei der Sicherheit sollte berücksichtigt werden, ob für die Art der vertraulichen Informationen, die während des Interviews besprochen werden, ein sicherer Ort erforderlich ist oder nicht. Wenn dies der Fall ist, sollte der/die Interviewer/in die IT-Abteilung seines/ihres Unternehmens kontaktieren, um Unterstützung bei der Einrichtung einer sicheren Umgebung zu erhalten. Wenn aufgrund der geografischen Entfernung oder anderer Faktoren virtuelle Gespräche geführt werden, sollte außerdem eine sichere Webkonferenzsoftware wie Zoom oder Skype anstelle von öffentlichen Videoplattformen wie YouTube Live oder Twitch verwendet werden.

Bei der Planung von Stakeholder-Interviews muss auch die Zusammensetzung des Interviewteams berücksichtigt werden. In der Regel sollte ein erfahrener Interviewer jedes Gespräch leiten, während mindestens eine weitere Person Notizen zu den wichtigsten Punkten macht, die von den Teilnehmenden während des Gesprächs genannt werden. Je nachdem, welche spezifischen Anforderungen die Interessengruppen vor Beginn der Befragung stellen (z. B. dass jemand mit technischem Wissen anwesend sein sollte), müssen die Forscher die Zusammensetzung ihres Teams entsprechend ändern, um sicherzustellen, dass alle Wünsche der Teilnehmer erfüllt werden, bevor sie mit den Sitzungen fortfahren.

Schließlich müssen die Forscher entscheiden, welche Hilfsmittel sie während der Stakeholder-Befragung einsetzen, damit diese reibungslos abläuft und die Teilnehmer effektiv Feedback zu ihren Erfahrungen mit Produkten/Dienstleistungen/Apps usw. sammeln können. Mögliche Tool-Kategorien reichen von Umfrage- oder Abstimmungsanwendungen, die online während der Remote-Sitzungen eingesetzt werden, bis hin zu Audio-/Videoaufzeichnungssoftware, die offline mit den Stakeholdern vor Ort verwendet wird; es wird jedoch auch empfohlen, dass papierbasierte Materialien wie Fragebögen/Checklisten/Protokolle immer im Voraus vorbereitet werden, für den Fall, dass während einer Interview-Sitzung technische Probleme auftreten.

Durch eine gründliche Planung der Stakeholder-Befragungen, einschließlich der Überlegung, wann und wo sie stattfinden, wer das Befragungsteam bilden und welche Tools eingesetzt werden sollen, können Forschungsteams jede einzelne Befragung optimieren und letztlich die Zufriedenheit der Zielgruppe mit dem Nutzererlebnis erhöhen.

Durchführung des Interviews

Ein erfolgreiches Stakeholder-Interview zu führen, ist ein wichtiger Teil der Nutzerforschung. Sie erfordert eine sorgfältige Planung, eine klare Kommunikation und die Fähigkeit, aktiv zuzuhören. Um einen reibungslosen und effizienten Ablauf des Gesprächs zu gewährleisten, ist es wichtig, vor Beginn des Gesprächs detaillierte Anweisungen zu geben. Dazu gehören Informationen über den Zweck des Gesprächs, Erwartungen an die Länge und das Format sowie die Themen, die besprochen werden sollen.

Zu Beginn jeder Sitzung ist es hilfreich, eine Beziehung zu den Teilnehmern aufzubauen, indem du dich und deine Organisation vorstellst. Außerdem solltest du genau erklären, wie die Daten der Teilnehmer im Laufe des Prozesses gesammelt und verwendet werden. Du kannst dich zum Beispiel dafür entscheiden, die Interviews aufzuzeichnen oder zu transkribieren, um sie später zu überprüfen und zu analysieren. Wenn du diese Informationen von Anfang an zur Verfügung stellst, kann dies dazu beitragen, dass zwischen Interviewer/in und Teilnehmer/in von Anfang an Vertrauen aufgebaut wird.

Bei jedem Stakeholder-Interview solltest du dich bemühen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Menschen sicher genug fühlen, um frei zu sprechen, ohne Angst vor Verurteilungen oder Konsequenzen zu haben. Stelle offene Fragen, die den Teilnehmern Raum für Erklärungen geben, anstatt dich auf Leitfragen oder Ja/Nein-Fragen zu verlassen - diese können Gespräche in eine Sackgasse führen, die keine aussagekräftigen Einblicke in ihre Erfahrungen oder Meinungen bietet. Versuche, sie nicht zu unterbrechen, während sie sprechen; notiere dir stattdessen die wichtigsten Punkte, damit du bei Bedarf während der Diskussion Folgefragen stellen kannst, um mehr Klarheit über die zuvor gegebenen Antworten zu erhalten. Fördern Sie außerdem die Ideen der Befragten, indem Sie ihnen bei Bedarf zusätzliche Fragen stellen - so können Sie mehr Informationen herausfinden, als wenn Sie ihnen einfach nur allgemeine, voneinander unabhängige Fragen stellen würden.

Wenn möglich, ist es auch von Vorteil, während der Befragung visuelle Hilfsmittel wie Diagramme oder Bilder zu verwenden; diese helfen, Konzepte für die Teilnehmer lebendig zu machen, und können ihnen mehr Kontext zu dem bieten, worüber sie befragt werden, als dies mit Worten allein möglich ist. Denke daran, dass alle Interessengruppen ungeachtet unterschiedlicher Meinungen respektvoll behandelt werden sollten. Bedanke dich am Ende für die Teilnahme an deinem Forschungsprozess, bevor du die Sitzung beendest - das zeigt, dass du die Zeit, die sie mit dir verbracht haben, zu schätzen weißt und dass sie sich für das Projekt insgesamt begeistern.

Analysieren und Interpretieren der Daten

Nach einem Stakeholder-Interview ist es wichtig, die gesammelten Daten zu analysieren und zu interpretieren. Es ist wichtig, alle gesammelten Informationen zu sichten, um besser zu verstehen, was die Interessengruppen von der Nutzererfahrung erwarten. Dies hilft dabei, herauszufinden, wie die Interessengruppen ihre Produkte, Dienstleistungen oder Erfahrungen sehen und welche Elemente verbessert werden müssen, damit sie erfolgreich sind.

Die Datenanalyse ermöglicht es, die Bedürfnisse, Wünsche, Anforderungen, Erwartungen und Motivationen der Stakeholder in Bezug auf die Nutzererfahrungen zu verstehen. Ziel ist es, Muster zu erkennen, die dabei helfen, ein besseres Bild davon zu bekommen, wie Nutzer mit einem Produkt oder einer Dienstleistung interagieren. Sie kann auch zeigen, ob die Annahmen über die Benutzerfreundlichkeit oder das Design richtig waren oder nicht.

Bei der Analyse der Daten aus den Stakeholder-Interviews ist es wichtig, sich auf die wichtigsten Themen zu konzentrieren, z. B. auf die Bedürfnisse der Nutzer, ihre Probleme, Ziele und Wünsche. Dadurch wird die Auswertung wertvoller, da sie zu einem besseren Verständnis dessen beiträgt, was die Stakeholder in den Interviews mitgeteilt haben.

Um das Nutzererlebnis durch Stakeholder-Befragungen zu optimieren, ist es wichtig, dass die gesammelten Daten richtig interpretiert werden; das bedeutet, dass die Informationen auf zwei Arten betrachtet werden - qualitativ (thematische Analyse) und quantitativ (Umfrageanalyse). Bei der thematischen Analyse werden Texte auf Gemeinsamkeiten wie Trends oder Muster untersucht; bei der Umfrageanalyse geht es um numerische Werte wie Prozentsätze, die einen Überblick über die kollektive Meinung der Teilnehmer zu verschiedenen Aspekten des User Experience Designs geben.

Die Verwendung qualitativer Daten ermöglicht eine detailliertere Interpretation des Feedbacks der Teilnehmenden, da die Antworten oft offen ausfallen und somit eine weitere Untersuchung der Gründe für bestimmte Antworten möglich ist. Quantitative Daten hingegen bieten mehr statistische Unterstützung, da sie numerische Werte statt subjektiver Meinungen liefern, die bei der Entscheidungsfindung über notwendige Änderungen im UX-Designprozess helfen können.

Bei der Analyse der Umfrageergebnisse sollten demografische Faktoren wie Alter und Geschlecht der Teilnehmer berücksichtigt werden, um herauszufinden, ob die Ergebnisse auf unterschiedliche Ansichten der verschiedenen Zielgruppen zurückzuführen sind. Dies sollte beachtet werden, bevor auf der Grundlage eines allgemeinen Konsenses über bestimmte Themen, die während der Interviews diskutiert wurden, Annahmen getroffen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Datenanalyse und -interpretation nicht nur bedeutet, Zahlen zu betrachten, sondern auch die Erklärungen hinter den qualitativen Antworten der Teilnehmer zu verstehen und ein Gefühl dafür zu bekommen, was aus der Sicht der Gruppe am besten im Rahmen von User Experience Designs funktioniert - was es UX-Designern ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, bestehende Produkte/Dienstleistungen zu erstellen/zu verändern usw.

Vorteile von Stakeholder-Interviews für User Experience

Stakeholder-Interviews können ein unschätzbares Instrument für die Nutzererfahrungsforschung sein. Sie bieten Einblicke in die Bedürfnisse und Erfahrungen der Stakeholder, die dazu beitragen können, den Designprozess zu gestalten, was zu effektiveren Produkten und Dienstleistungen führt. Stakeholder-Interviews bieten eine Reihe von Vorteilen, darunter:

  1. Detaillierte Einblicke in die Bedürfnisse der Nutzer gewinnen: Durch den direkten Austausch mit den Interessengruppen haben Designer die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die speziell auf ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zugeschnitten sind, und so detaillierte Daten über die Erwartungen und das Verhalten der Nutzer zu sammeln. Diese Informationen können dann in den Designprozess einfließen und ermöglichen es den Designer, Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind.

  2. Beziehungen zu den Interessengruppen aufbauen: Wenn du die Interessengruppen in Gespräche über ihre Erfahrungen einbindest, wird das Vertrauen zwischen ihnen und dem Team, das das Produkt oder die Dienstleistung entwickelt, gestärkt. Wenn die Betroffenen sich als Teil des Designprozesses respektiert und wertgeschätzt fühlen, sind sie eher bereit, sich aktiv zu beteiligen, indem sie während der Entwicklung nützliches Feedback geben und das Produkt nach seiner Markteinführung fördern.

  3. Bereiche für Verbesserungen identifizieren: Durch die Befragung der Interessenvertreter können die Designer vor der Markteinführung eines Produkts oder einer Dienstleistung alle Probleme erkennen, die sich negativ auf das Nutzererlebnis auswirken könnten. Durch den Austausch mit den Nutzern in dieser Phase der Entwicklung können die Teams wertvolle Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Nutzer mit ihrem Produkt interagieren, und vor der Markteinführung entsprechende Verbesserungen vornehmen.

  4. Unerwartete Reaktionen der Nutzer untersuchen: Unerwartete Reaktionen der Nutzer bei der Nutzung eines neu entwickelten Produkts oder einer Dienstleistung können oft zu neuen Ideen und Designs führen, die die Benutzerfreundlichkeit erheblich verbessern, aber ohne das in Interviews gesammelte Stakeholder-Feedback vielleicht nie in Betracht gezogen worden wären.

  5. Generierung innovativer Lösungen: Die Befragung von Interessengruppen hilft dabei, potenzielle Probleme in einem frühen Stadium der Entwicklung aufzudecken, so dass genügend Zeit bleibt, um über eine effektive Lösung nachzudenken, ohne dass es zu kostspieligen Verzögerungen durch Änderungen in letzter Minute kommt, die auf unvorhergesehene Probleme zurückzuführen sind, die hätten vermieden werden können, wenn vor der Markteinführung eine gründliche Beratung der Interessengruppen stattgefunden hätte.

Herausforderungen beim Einsatz von Stakeholder-Interviews

Stakeholder-Interviews können ein unglaublich wertvolles Instrument in der Nutzerforschung und im Experience Design sein, aber es gibt einige Herausforderungen, um sie effektiv einzusetzen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, sicherzustellen, dass die Stakeholder die beabsichtigte Zielgruppe genau repräsentieren. Stakeholder können ihre eigenen Vorstellungen und Vorurteile darüber haben, wie ein Produkt gestaltet oder genutzt werden sollte, was zu ungenauen Daten führen kann. Außerdem verfügen die Interessengruppen oft nicht über das nötige Wissen oder veraltete Informationen über die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Kunden, was zu verzerrten Ergebnissen führen kann.

Eine weitere Herausforderung bei der Befragung von Interessengruppen ist es, sicherzustellen, dass sich keine Voreingenommenheit in die Fragen oder Antworten einschleicht. Wenn ein Stakeholder zum Beispiel glaubt, dass eine bestimmte Funktion für sein Unternehmen vorteilhafter ist als andere, kann er die Fragen ungewollt so beeinflussen, dass er diese Funktion allen anderen vorzieht. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Stakeholder starke Gefühle gegenüber einem bestimmten Thema oder einer Idee hat. Um dieses Problem zu vermeiden, ist es wichtig, neutrale und unvoreingenommene Fragen zu stellen und dafür zu sorgen, dass die Befragten durch Folgefragen nicht in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

Es kann auch schwierig sein, genaues Feedback von den Stakeholdern zu bekommen, weil es innerhalb einer Organisation organisatorische Silos oder Politik gibt. Manchmal gibt es widersprüchliche Meinungen zwischen verschiedenen Interessengruppen zu bestimmten Themen, was es den Forschern erschweren kann, verlässliche Ergebnisse zu erhalten, da die Antworten stark variieren können, je nachdem, wem die Frage gestellt wird. Außerdem könnten sich einige Interessengruppen durch die Befragung eingeschüchtert fühlen oder zögern, ehrliches Feedback zu geben, weil sie Angst vor Vergeltung durch andere Teammitglieder haben.

Schließlich erfordert die Durchführung effektiver Stakeholder-Befragungen einen erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand, sowohl für die Vorbereitung der Befragung als auch für die anschließende Analyse und Interpretation der Daten. Da viele Unternehmen heute zu agilen Entwicklungszyklen mit kurzen Bearbeitungszeiten für Forschungsergebnisse übergehen, kann es für Teams angesichts knapper Fristen und Budgets schwierig sein, genügend Zeit für diese Art von Interviews einzuplanen.

Tipps für erfolgreiche Vorstellungsgespräche

Bei der Durchführung von Stakeholder-Befragungen gibt es einige Tipps und Techniken, die zu einem erfolgreichen Ergebnis und nützlichen Daten führen können. Dazu gehören:

Planung vor dem Vorstellungsgespräch

Bevor du mit dem Interview beginnst, ist es wichtig, dass du die Fragen planst, die du stellen willst, um möglichst umfassende Daten zu erhalten. Dabei sollten sowohl offene als auch geschlossene Fragen gestellt werden, ebenso wie Folgefragen oder Nachfragen für den Fall, dass die Antworten unvollständig sind. Es ist auch hilfreich, die allgemeine Richtung des Gesprächs vor Beginn festzulegen, damit die Zeit effizient genutzt werden kann. Wenn du für jedes Gespräch eine Tagesordnung aufstellst, wissen die Beteiligten, welche Informationen besprochen werden, damit sie mit relevanten Informationen und Beispielen vorbereitet sind.

Klärende Fragen stellen

Wenn du ein Interview führst, ist es wichtig, klärende Fragen zu stellen, wenn etwas unklar ist oder unvollständig beantwortet wurde. So kann sichergestellt werden, dass alle Punkte angemessen angesprochen wurden, was die spätere Analyse erleichtert. Nachfragen ermutigen die Teilnehmer außerdem zu mehr Details, was zu umfassenderen Erkenntnissen und Daten führt. Außerdem kann so das Verhältnis zwischen Interviewer/in und Teilnehmer/in gestärkt werden, was in der Regel zu noch besseren Ergebnissen während der Befragung selbst führt.

Einfache Sprache verwenden

Da die Nutzerforschung in den letzten Jahren immer spezieller geworden ist, können bei der Diskussion von Themen im Zusammenhang mit Stakeholder-Interviews oder User Experience Design im Allgemeinen viele Fachbegriffe verwendet werden. Um sicherzustellen, dass alle Beteiligten verstehen, was gesagt wird, ist es am besten, eine allzu komplizierte Sprache zu vermeiden, wenn du mit den Teilnehmenden sprichst, damit der Dialog während der gesamten Sitzung klar bleibt. Wenn du eine einfachere Sprache verwendest, können die Stakeholder das Gesagte schnell verstehen, unabhängig davon, wie viel sie über UXD-Konzepte oder Jargon wissen, was die Gespräche insgesamt reibungsloser macht.

Notizen während des Interviews machen

Wenn du dir während des Gesprächs Notizen machst, hast du einen Überblick über das, was besprochen wurde, und kannst Zitate der Teilnehmer festhalten, die später bei der Analyse der Ergebnisse mehrerer Sitzungen oder beim Verfassen von Berichten über die Ergebnisse eines/einer bestimmten Gesprächspartners/in verwendet werden können. Notizen sollten während des gesamten Gesprächs gemacht werden, damit nichts übersehen wird - es ist einfach genug für jemanden, der nicht jedes einzelne gesprochene Wort abtippt, aber dennoch die wichtigsten Punkte der Teilnehmer in verschiedenen Abständen festhält, um keine kritischen Details während des Gesprächs zu übersehen. Gründliche Aufzeichnungen erhöhen auch die Genauigkeit der Schlussfolgerungen im Nachhinein, da alles, was man aus erster Hand gehört hat, in den Notizen enthalten ist und man sich nicht nur auf die Erinnerungen nach Abschluss der Sitzungen verlassen muss (was zu ungenauen Ergebnissen führen kann).

Höre mehr zu als du sprichst

Sorgfältiges und aufmerksames Zuhören während der Befragung von Stakeholdern zeugt von Respekt gegenüber den Teilnehmenden und gibt gleichzeitig einen Einblick in ihre besonderen Bedürfnisse - beides wichtige Aspekte, wenn du versuchst, bedeutungsvolle Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die mit Projekten zu tun haben. Auch wenn es den Anschein hat, dass zu viel Reden die Effizienz steigert (weil man schneller durch den Inhalt kommt), erreicht man genau das, wenn man mehr zuhört als spricht, denn das Stellen von bohrenden Fragen führt schneller zu einem tieferen Verständnis, als wenn man einfach nur Antworten gibt, ohne dass sich die Beteiligten vorher Gedanken darüber gemacht haben. Dies maximiert nicht nur die Zeit, die für die Befragung der Beteiligten aufgewendet wird, sondern hilft auch ungemein dabei, genaue Informationen zu sammeln, um später fundierte Entscheidungen treffen zu können (da alles Gehörte die gemachten Aussagen genau wiedergibt).

Fazit

Der Einsatz von Stakeholder-Interviews in der Nutzerforschung kann sich positiv auf die Nutzererfahrung der digitalen Produkte, Dienstleistungen und Systeme eines Unternehmens auswirken. Stakeholder-Interviews geben wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse und Vorlieben der Kunden und helfen so sicherzustellen, dass das Produkt oder die Dienstleistung den Erwartungen der Kunden entspricht. Außerdem können die Stakeholder Einblicke in potenzielle Verbesserungsbereiche geben und Lücken im Verständnis oder in den Ressourcen aufzeigen, die behoben werden müssen.

Wenn sie richtig durchgeführt werden, können Befragungen von Interessengruppen aussagekräftige Daten liefern, die bei der Entscheidungsfindung zur Verbesserung des Nutzererlebnisses hilfreich sind. Es ist wichtig, bei der Planung und Durchführung von Stakeholder-Interviews mit Bedacht vorzugehen, denn es gibt einige Herausforderungen, die damit verbunden sind. Außerdem ist es wichtig, daran zu denken, dass Stakeholder-Interviews nicht als Ersatz für andere Formen der Nutzerforschung angesehen werden sollten; sie sollten vielmehr als ein Instrument unter vielen genutzt werden, wenn es darum geht, Einblicke in den Kundenstamm zu gewinnen.

Insgesamt können Unternehmen durch die Befragung von Interessengruppen einen besseren Einblick in die Erfahrungen ihrer Kunden mit ihren Produkten und Dienstleistungen gewinnen. So können sie Bereiche identifizieren, in denen Verbesserungen vorgenommen werden können, um ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen und letztendlich den Erfolg ihres Unternehmens zu steigern.

Zusammenfassung

  1. Verstehe die verschiedenen Arten von Stakeholdern: Je nach Kontext können zu den Stakeholdern Endnutzer, Kunden, Geschäftsinhaber, Führungskräfte und andere Personen gehören, die ein Interesse am Erfolg des Projekts haben können.

  2. Sammle die richtigen Informationen: Stakeholder-Interviews sind nützlich, um ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse und Erwartungen der Nutzer zu erlangen. Bei diesen Gesprächen ist es wichtig, Fragen zu stellen, die sich nicht nur darauf konzentrieren, was die Nutzer von einem Produkt oder einer Dienstleistung brauchen, sondern auch, warum sie es brauchen.

  3. Baue Vertrauen auf: Der Aufbau von Vertrauen und Beziehungen zu den Stakeholdern ist ein wichtiger Bestandteil der Befragung von Stakeholdern. Wenn du ihre Sichtweise verstehst und respektierst, kannst du sicherstellen, dass sich die Interessengruppen wohl genug fühlen, um ehrliches Feedback zu geben.

  4. Nachbereitung: Die Nachbereitung der Stakeholder-Interviews ist für die Entwicklung eines erfolgreichen Nutzererlebnisses unerlässlich. Das kann bedeuten, dass du dich nach einiger Zeit noch einmal meldest, um die Meinung der Stakeholder zu den Projektfortschritten einzuholen oder sie um zusätzliches Feedback zu bestimmten Aspekten des User Experience Designs zu bitten.

  5. Nutze das Feedback effektiv: Das Feedback der Stakeholder sollte bei der Gestaltung des Nutzererlebnisses berücksichtigt werden. Bei der Analyse des Feedbacks von Stakeholdern ist es wichtig zu überlegen, wie sich ihre Meinungen in die gesamte User Journey einfügen und ob Änderungen vorgenommen werden sollten, um ein besseres Nutzererlebnis zu gewährleisten.

FAQ

Was sind Stakeholder-Interviews in der Nutzerforschung? Stakeholder-Interviews sind ausführliche Gespräche zwischen dem Nutzerforscher und einem Stakeholder oder Entscheidungsträger, um Einblicke in ihre Erfahrungen und Meinungen zu einem Produkt, einer Dienstleistung oder einem Prozess zu erhalten.

Was ist der Zweck einer Stakeholder-Befragung? Der Zweck einer Stakeholder-Befragung ist es, einen Einblick zu bekommen, wie die Stakeholder ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Prozess wahrnehmen, damit interagieren und es beeinflussen.

Wer sollte an den Stakeholder-Befragungen teilnehmen? An den Stakeholder-Befragungen sollten diejenigen teilnehmen, die direkte Erfahrungen mit dem zu bewertenden Produkt, der Dienstleistung oder dem Prozess haben. Das können Kunden, interne Mitarbeiter, die regelmäßig mit dem Produkt zu tun haben, leitende Angestellte usw. sein.

Wie bereitest du dich auf ein Stakeholder-Interview vor? Zur Vorbereitung eines Stakeholder-Interviews gehört es, alle vorhandenen Daten über den Stakeholder zu prüfen, z. B. Kundenprofile oder Stellenbeschreibungen. Außerdem kann es hilfreich sein, einen Gesprächsleitfaden mit Fragen zu erstellen, die darauf abzielen, den Stakeholdern Erkenntnisse zu entlocken.

Welche Methoden können für Stakeholder-Befragungen verwendet werden? Es gibt verschiedene Methoden für Stakeholder-Befragungen wie persönliche Interviews, Telefoninterviews, Online-Interviews, Fokusgruppen und sogar Umfragen.

Wie führst du ein erfolgreiches Stakeholder-Interview durch? Zu einem erfolgreichen Stakeholder-Interview gehört, dass du den Antworten der Stakeholder aktiv zuhörst und bei Bedarf mit bohrenden Fragen nachhakst. Außerdem ist es wichtig, dass du unvoreingenommen bleibst und sicherstellst, dass du Feedback von allen beteiligten Stakeholdern bekommst.

Welchen Einfluss haben Stakeholder-Befragungen auf die Nutzererfahrung? Stakeholder-Befragungen liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Stakeholder ein Produkt oder eine Dienstleistung wahrnehmen und damit interagieren, was zur Verbesserung der Nutzererfahrung beitragen kann. Wenn du dieses Feedback bereits in einem frühen Stadium des Designprozesses einholst, kannst du Verbesserungsmöglichkeiten erkennen, die sonst vielleicht unbemerkt bleiben würden.

Wie wertest du die Ergebnisse der Stakeholder-Befragungen aus? Wenn alle Stakeholder-Befragungen abgeschlossen sind, ist es wichtig, die Ergebnisse zu analysieren, um Verbesserungsmöglichkeiten oder potenzielle Risiken im Zusammenhang mit dem zu bewertenden Produkt oder der Dienstleistung besser zu verstehen. Dies kann geschehen, indem du die Antworten in Themen einordnest und die Muster innerhalb jedes Themas analysierst.

Wie berichtet man über die Ergebnisse von Stakeholder-Befragungen? Die Ergebnisse von Stakeholder-Befragungen sollten präzise und prägnant dargestellt werden, damit sie für alle Beteiligten leicht verständlich sind. Die Berichte sollten detaillierte Zusammenfassungen der wichtigsten Ergebnisse sowie mögliche Empfehlungen enthalten, damit sie sofort umgesetzt werden können.

Wie oft sollten Unternehmen Stakeholder-Befragungen durchführen? Unternehmen sollten Stakeholder-Befragungen so oft wie nötig durchführen, um sicherzustellen, dass sie über die Rückmeldungen der Nutzer auf dem Laufenden bleiben und alle auftretenden Probleme angehen. Das kann bedeuten, dass sie die Befragung alle paar Monate oder häufiger durchführen, je nach Umfang der Änderungen, die an dem zu bewertenden Produkt oder Dienst vorgenommen werden.